15 Stunden Stillstand

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Hallo Freunde. Der ein oder andere mag es ja mitbekommen haben. Auf Grund von Arbeitskampfmaßnahen steht die Hauptstadt der Republik am kommenden Samstag für geschlagene 15 Stunden im öffentlichen Nahverkehr fast komplett still. Daher habe ich mit gedacht, ich schreibe der ver.di doch einmal einen kleinen Brief.

Hach liebe ver.di, wie habe ich dich vermisst. Lange war es still um dich geworden, um dich, du Kämpferin für den kleinen Mann. Vielleicht ist das auch der Grund, warum du dich jetzt mit einem solchen Knall zurück meldest.

15 Stunden Streik beim Großteil der Berliner Verkehrsbetriebe, der BVG. An einem Samstag, der vor allem in Berlin mittlerweile für viele Menschen zu einem normalen Arbeitstag geworden ist. An einem Tag, wo zu einem Spiel des ansässigen Fußball-Bundesligisten sich mehr als 70.000 Menschen angekündigt haben. An einem Tag, wo viele Menschen das Auto gern mal stehen lassen.

Das ist kein Arbeitskampf, das ist Erpressung!

Versteh mich nicht falsch liebe ver.di. Ich gönne den Angestellten der BVG das Geld für das du vermeidlich kämpfst. Doch du trägst das genau auf dem Rücken aus, den du ja angeblich stärken willst, auf dem des keinen Mannes. Ein Warnstreik, mehr is es ja nicht, hätte auch bis 12 Uhr dem Unternehmen weh getan (das wären 8 Stunden gewesen), den Bürger Berlins jedoch nur halb so stark getroffen.

An einem normalen Samstag sind bis zu 1.9 Millionen Menschen mit der BVG unterwegs, auch wenn es nur schwer umrechenbar ist, das bedeutet, dass in den 15 Stunden überschlagene 1.1 Millionen Menschen direkt von dir getroffen werden. Das verstehst du also unter ‚Die Tarifkommission hat bewusst den Samstag für eine erste Streikaktion gewählt, um die Auswirkungen für die Fahrgäste in Grenzen zu halten ‘.Ganz großes Kino.

Im Übrigen habe ich mit einigen deiner Schützlinge gesprochen. Diese finden den Streik an sich und nachvollziehbarer Weise richtig. Wie das ganze von euch nun jedoch aufgezogen wird, ist auch in Augen vieler BVGler unverständlich. Sollte dir das nicht zu denken geben? Doch Denken war ja noch nie deine Stärke oder?

In diesem Sinne

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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8 Responses to 15 Stunden Stillstand

  1. Monika Jünemann sagt:

    Nah, da hast Du ja wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Aber wen von ver.di interessiert das schon. Leider!!!
    Danke

    • admin sagt:

      Danke. Um es klar zu machen, die Kritik richtet sich NICHT gegen die BVGler, deren Wunsch nach mehr Geld ist für mich OK. Nur wie ver.di das ganze wieder einmal händelt ist unter aller Kanone.

      • Bergi sagt:

        Bin da auch arg im Zwiespalt, grad die Neubeschäftigten könnten ein kleine Finazspritze gebrauchen. Die Betonung liegt auf klein weil die Forderungen denn so gedrückt werden das 30 Euro mehr im Monat rauskommen. (Jut, haben oder nich haben)
        Die Dauer ist für mich auch etwas zu überspannt.

  2. admin sagt:

    Hey Bergi, cool dass du hier auch liest :)
    Ich kann mich echt nur nochmal wiederholen, euer Wunsch ist in meinen Augen vollkommen OK und ich gönne euch das von Herzem. Aber ihr habt ja auch nicht die länge des Streiks bestimmt. Von daher würde ich euch das nie aufs Auge drücken. Es war halt recht lange ruhig um ver.di und ich glaube einfach, dass sie sich mit so einer Aktion einfach mal wieder Profil beschaffen wollen.

  3. Bergi sagt:

    Nee nee , ist schon klar. Man kann es im Text gut erkennen das es nicht wieder heissen soll “sch… BVGer , macht eh den ganzen Tag nischt … und und und”

    • admin sagt:

      So isses ja auch, das sagen die Leute nur, weil sie, verständlicher Weise frustriert sind/waren und nicht wussten, wie sie z.B. zu Arbeit kommen sollen. Leider ist es am Ende immer der kleine Mann (in dem Fall der Busfahrer) der dann leider den Frust abbekommt. Auch wenn der ansich gar nichts dafür kann. Steht einfach drüber. :)

  4. Laufschuh sagt:

    Ich fand den Streik auch etwas übertrieben. Streiken ist wichtig und auch richtig. Wenn die BVG aber nen Schritt auf ver.di zugeht dann ist ein 15h Streik an einem Samstag (ok, Werkstag wäre noch schlimmer) eine zu überzogene Reaktion. Positiv war, dass ich aber mal meine Wohnung sauber gemacht hab und Joggen war, aber Einkaufen/Geld abheben konnt ich nicht… und ich war sogar zum Brunch verabdredet.

    Ansich bin ich aber immer noch froh mit der BVG, Vergleich das Netz mal mit anderen Großstädten und so schlimm wie 2008 war es ja auch nicht :)

  5. Raphael sagt:

    Hallo,
    ich bin eigentlich eher durch Zufall auf Ihre Seite gekommen. Nachdem ich mich ein wenig durchgelesen habe, muss ich sagen Ihre Seite gefällt mir sehr. Ich werde in Zukunft öfters mal vorbei schauen!

    Viele Grüße aus Sinsheim

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