5 Minuten vor 12

strasse-von-hormus

Diese Schlagzeile könnten wir in den nächsten Tagen oder Wochen von dem einen oder anderen Boulevard-Blatt zu lesen bekommen. Denn so kurz befinden wir uns seit dem gestrigen Tag wohl vor einem neuerlichen Konflikt im Orient. Gemeint ist natürlich die, schon seit Jahren anhaltende, Kriese zwischen der westlichen Welt und dem Iran.

Es geht dabei diesmal, anders als bei den Kriegen im Irak oder in Afghanistan, nicht um den Kampf gegen den Terror oder nur um das Öl, es geht auch um das umstrittene Atom-Programm und die Befürchtung, der Iran würde aktiv am Bau ‚der Bombe‘ arbeiten.

Das in Zeiten, in denen Atom-Waffen eher abgebaut werden, gerade in einer solchen Region wie dem mittleren Osten, mit den dort herrschenden ethnischen Spannungen, solche Waffen von der Weltgemeinschaft als äußerst kritisch angesehen werden ist außer Frage. Nicht umsonst schwelt dieser Konflikt nun schon seit Bekanntwerden des iranischen Atom-Programms.

Doch nachdem in den vergangenen Monaten und Jahren vor allem mit dem sprichwörtlichen Säbel gerasselt wurde, mit Sanktionen, die bisher wenn überhaupt nur die Bevölkerung treffen, gibt es in den vergangenen Tagen und Wochen nun Entwicklungen auf beiden Seiten, die eine Eskalation in greifbare Nähe gebracht haben.

Der Anfang dieser neuen Eskalationsstufe war die Drohung des Iran, mit seinem Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad, die Straße von Hormus zu blockieren. Einen für den Welthandel, im Speziellen für den Öl-Handel, immens wichtige Meerenge im Persischen Golf. Dies rief die Weltgemeinschaft und allen voran die USA auf den Plan. Letztere verlegten bereits 2 Flugzeugträger in die Region um entsprechende Präsenz zu zeigen.

Dies wiederum provozierte die Iraner dazu die Drohung von der Blockade zu erneuern und ein See-Manöver anzukündigen, während dem die Straße für die zivile und die Handelsschifffahrt gesperrt werden würde.

Außerdem gibt es unterschiedliche Ansichten bezüglich der Staatszugehörigkeit der Meerenge. Während der Iran diese komplett für sich beansprucht, gehen die UN als auch die Staaten Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate davon aus, dass Ihnen ebenfalls Teile der Straße von Hormus zustehen und der Iran mit einer kompletten Blockade gegen geltendes Seerecht verstößt.

Mit dem gestrigen Tag ist nun ein weiterer Schritt zu einer möglichen Ausweitung des Konflikts getätigt worden. Die Europäische Union beschloss einen kompletten Öl-Boykott für iranisches Öl. Dazu werden große Teile der Guthaben der iranischen Zentralbank eingefroren und es wird verboten Investitionen in iranische Ölfirmen und die Ölindustrie zu tätigen. Dazu gehören auch Lieferungen für Firmen die für die Öl-Förderung oder Produktionen unerlässlich sind.

Dieser Boykott soll zum 1. Juli 2012 in Kraft treten. Somit möchte man dem Iran noch die Chance geben auf die Androhung zu reagieren um sie zu verhindern.

Mit der Ankündigung der europäischen Außenminister möchte man den Iran zur Aufgabe seines aktuellen Atom-Programs drängen, bzw. ausführliche Kontrollen erzwingen und die Androhung der Blockade der Straße von Hormus beantworten.

Es wird nun also in den nächsten Tagen und Wochen zu beobachten sein, wie der persische Staat, der auch innerhalb der arabischen Welt immer mehr isoliert auftritt, nun auf die Ankündigung der EU reagieren wird. Es ist davon auszugehen, dass sie dem Ganzen nach außen keine große Gewichtung geben werden. Denn so lange die Chinesen und Russen sich nicht vom Iran abwenden und auf das Öl aus dem Golf-Staat angewiesen sind, werden die Iraner keinen Anlass sehen sich in finanziell schwere Gefilde zu begeben. Im Gegenteil, die Chinesen werden vermutlich den kompletten Verlust auffangen, der durch den europäischen Öl-Boykott entstehen wird. Und das wiederum kann für die Europäer am Ende ein Schuss ins eigene Bein werden.

Es zeigt sich in der aktuellen Situation wieder einmal, dass gut gedachte Sanktionen gegen den Iran so lange keine Wirkung haben werden, so lange sich die komplette restliche Welt über den Umgang damit nicht einig ist. So lange China und zu Teilen halt auch Russland zum Iran halten und ihn mit frischen Divisen versorgt, wird das Regime in Teheran keinen Anlass zum Umdenken zeigen. Im Gegenteil, so lange man im Iran von der Abhängigkeit anderer Länder profitiert, wird man auch weiterhin den Einzelweg gehen und sich dem Willen der restlichen, freien Welt widersetzen. Und was das am Ende irgendwann für Konsequenzen haben kann, darüber möchte man am liebsten gar nicht nachdenken.

In diesem Sinne

 

Bewerten Sie diesen Artikel:
5 Minuten vor 12: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
(bisher keine Stimmen abgegeben)

Loading ... Loading ...

Dies ist ein Artikel von:

René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

Email  • Google + • Meine Autoren-Seite • Facebook  • Twitter

4 Responses to 5 Minuten vor 12

  1. Das traurige an der ganzen Sache ist, dass man die Führung des Irans halt in keinster Weise einschätzen kann. Im gegenteil, anstelle dass man sich einmal auf die Weltbevölkerung zubewegt, schottet man sich weiter ab und befreundet sich noch mit anderen Diktatoren vor allem in Süd- und Mittelamerika. Man kann nur hoffen, dass es ncoh ein Umdenken gibt und die Vernunpft einkehrt. Ein neues Afganistan oder Irak braucht echt keine Sau.

    • admin sagt:

      Vielen Dnak für die Antwort, ich kann das im Gro nur unterschreiben. Wobei ich auch sagen muss, ohne dass auch auch nur im Ansatz ein Kriegstreiber bin oder sein will, irgendwann sind halt auch einmal Grenzen erreicht, wo man mit Reden vielleicht nicht mehr weiter kommt. Und da man einem solchen Regim mit ‘der Bombe’ leider wohl alles zutrauen muss, sollte man ggf. vorher noch einschreiten. Hoffen wir aber aufs Beste und eine merkliche Entspannung der Lage.

  2. Mark sagt:

    Hallo,

    das Umdenken von dem immer gesprochen wird muß überall stattfinden, allen vorran bei uns. Ob ein Umdenken in den Köpfen der Herscher repressiver Systeme stattfinden kann und wird, bezweifle ich, aber wenn wir unsere Abhänigkeit lösen, in diesem Falle das Öl, dann haben sie auch nichts mehr um uns zu erpressen, wir müssen nicht mehr reagieren.

    • admin sagt:

      Danke für diesen Kommentar. Natürlich ist das was Sie sagen nicht verkehrt. Jedoch ist das aktuell leider nicht so pauschal zu sagen. Wir sind aktuell nun einmal vom Öl abhängig, ob es uns gefällt oder nicht. Aber vollkommen unabhängig vom Öl ist es halt nur schwerlich als korrekt anzusehen, dass ein Staat, in diesem Fall der Iran, internationale und nationale Gewässer anderer Staaten, blockieren will. Natürlich ist hier das Öl, welches unter Umständen blockiert wird, ein extrem wichtiger Faktor, für uns. Jedoch denke ich, dass die anderen Länder im persischen Golf auch andere Interessen haben, weswegen Sie sich durch eine solche Blockade bedroht fühlen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>