Betreutes Aufwachsen

Betreuungsgeld

es hat ein paar Tage gedauert, bis ich mich mal wieder zu Wort melde, schuld war eine hartnäckige Infektion, die mir die Lust am schreiben genommen hat, aber ich bin wieder da und möchte mich demnach gleich einmal mit der aktuellen Diskussion um das Betreuungsgeld für Eltern auseinander setzen.

Um was geht es eigentlich? Es geht um eine staatliche Zuzahlung für Eltern, die ihr Kind nicht in einer Kinderkrippe oder einem Kindergarten betreuen lassen wollen, sondern diese frühkindliche Erziehung komplett allein zu Hause vornehmen möchten.

Das sieht auf den ersten Blick auch ganz gut aus. Doch muss man einmal hinter die Fassade schauen. Für Familien, in denen eins der beiden Elternteile sich aus dem Berufsleben zurück ziehen um voll und ganz für das Kind da zu sein, ist ein solches Gesetz sicherlich eine positive Unterstützung. Doch bietet dieser Gesetzvorschlag leider auch massive Möglichkeiten zu einem Missbrauch. Wie schon beim normales Kindergeld besteht hier einfach eine riesige Gefahr, dass vor allem in sozial schwachen Familien das Geld eher für die Wünsche der Eltern als zum Wohle der Kinder eingesetzt wird, und genau dies wäre genau das falsche Signal.

Schaut man sich einmal genauer an, wer denn genau für das Gesetz ist, dann findet man die einzige geschlossene Fraktion im Bundestag bei der CSU. Das ist auch kaum verwunderlich. Im einkommensstarken und traditionellen Bayern ist es bis heute keine Seltenheit, dass sich die Frau nach der Geburt eines Kindes und in den ersten Jahren nahezu komplett um den Haushalt und die Erziehung des Kindes kümmert. Demnach ist in solchen Familien auch davon auszugehen, dass das Geld den Kindern entsprechend zu Gute kommt. Doch genau das ist das Problem. Deutschland besteht halt nicht nur aus Bayern. In sozial schwächeren Gebieten quer durch die Republik muss man davon ausgehen, dass es wahrscheinlich in vielen Familien nicht so ablaufen würde.

Denn gerade für Kinder, die zu Hause keine optimalen Voraussetzungen vorfinden, ist der Besuch einer Krippe oder eines Kindergartens von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit, werden hier doch im optimalen Falle gute Grundlagen für die Sprache und das logische Denken für eine spätere Schullaufbahn gelegt. Bleiben solche Kinder aber am Ende zu Hause, nur damit die Eltern mehr Geld zum versaufen und verzocken haben, dann ist das Betreuungsgeld am Ende schädlicher für die Kinder als alles andere.

Das Betreuungsgeld wäre in einer perfekten Welt eine tolle Sache, doch unsere Welt ist nicht perfekt und daher bietet das Betreuungsgeld einfach zu viele Spielräume für einen Missbrauch. Da wird auch die von Familienministerin Schröder Pflicht für eine regelmäßige Untersuchung der entsprechenden Kinder nichts dran ändern. Man sollte mit dem veranschlagten Geld lieber Projekte fördern die allen Kindern zu gute kommen, egal ob die zu Hause oder in einer Einrichtung betreut werden.

In diesem Sinne

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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One Response to Betreutes Aufwachsen

  1. Totti Jünemann sagt:

    Da tust Du Dir zur Genesung ein Thema an, welches sowieso nur heißes Wahlgeblubber ist? Mal ehrlich, sind wir nicht glücklich und gut erwachsen geraten, auch ohne Betreuungsgeld? Das Problem ist ein viel tiefer liegendes… Man sollte als 1.Schritt in Erwägung ziehen, an der Steuerschraube zu Gunsten der Menschen zu drehen. Nicht nur an der für Hoteliers und Wirte…
    Man sollte endlich Renten-und Sozialhilfen (NEIN, ich benutze nicht das völlig bescheuerte H-4-Wort, geschaffen von einem Mann der eine lockere These wohl auf ´nen Bierdeckel niederschrieb und unserem damaligen Kanzler unter dei Nase hielt, teilweise auch immer noch genug gesetzeswidrige Ecken aufweist) auf ein aktuelles Niveau, bzw. der Inflation nahe anpassen, und nicht nur den Bürger als Melkkuh ansehen, während man selbst sein Scherflein im Sack hat (ausser man heißt Wulff und immer noch Kredite von “Freunden” braucht).
    Den Parteien laufen die Mitglieder weg, die medial auf den Weg gebrachten Umfragen bezeugen daß immer mehr pot. Wähler zu den leider immer noch planlosen “Piraten” abwandern…Zwischendurch wird beraten und versucht ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches politischen Mitarbeitern, Land-und Stadträte, Parlamentarier das freie Sprechen im Bundesrat einzuschränkt, bzw. unterdrückt/gar verbietet, wenn es nichts mit aktuellen Problemen wie dem “Rettungsfallschirm” (total albernes und inkorrektes Wort für die Rettung Griechenlands und dem Euro ist) zu tun hat. Also wird wählerkonform mal wieder ein bißchen Familienpolitik ins Spiel gebracht, obwohl dafür auch nicht ein einziger Cent übrig ist, denn als nächstes Spanien auf der finanziellen Kippe. Und das, war ja wohl jedem bereits vor Monaten klar, obwohl mein persönlicher Favorit für ´ne Staatspleite Portugal war…
    Aber da sind ja immer noch Irland, 1-2 baltische EU-Teilnehmer und unsere europäischen Freunde im sog. “Ostblock”!
    Italien wird es irgendwie aus eigener Kraft schaffen…
    Aber um zum Thema zurückzukommen:
    Es laufen um´s Erziehungsgeld Debatten und Diskussionen, die überflüssig sind, denn Deutschland kann sich das sowieso nicht mehr leisten.

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