Der längste Werbeblock der Welt.

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Am vergangenen Sonntag fand in Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana der Super Bowl XLVI, das Finalspiel der American Football Saison, statt. Wie jedes Jahr ist dieses Endspiel ein weltweit beachtetes Großereignis (ca. 800 Millionen Zuschauer) mit viel medialem Interesse und Unterhaltung der Spitzenklasse.

Dieses Jahr spielten die Ney York Giants und die New England Patriots die Hauptrollen, nach dem Sie sich durch die reguläre Saison und die anschließenden Play-Off-Spiele das Recht an der Teilnahme sichern konnten. Im Rahmenprogramm traten die Schwergewichte Kelly Clarkson (US-Nationalhymne) und Madonna (in der weltberühmten Halbzeit-Show) auf.

Das Spiel, so muss ich enttäuschter Weise sagen, ist zum 3. Mal in Folge nicht nach meinem Gusto ausgegangen. Das dritte Jahr in Folge musste ich das von mir favorisierte Team verlieren sehen. In diesem Fall waren es die Patriots aus Foxbourogh im Bundesstaat Massachusetts, wenige Kilometer südlich von Boston.

Doch wer sich schon länger mit dem Event Super Bowl auseinander setzt, der weiß, dass das eigentliche Spiel auf Grund von vieler Faktoren fast schon in den Hintergrund rücken. Wie schon erwähnt gibt es sehr viel Unterhaltung um das eigentliche Spiel, die unzähligen Fernsehsender vor Ort berichten über alle möglichen Themen und das Spiel, wird durch unzählige Werbeunterbrechungen in den USA in unglaubliche Längen gezogen.

Dass solche Dinge dem Spiel nur bedingt gut tun kann man sich demnach vorstellen.

Und gerade diese Werbepausen sind es, die mich aktuell ein wenig auf die Palme bringen. Ist man das ganze in den USA gewohnt, war das, was Sat 1, als übertragender Free-TV Sender in Deutschland, gemacht hat, kaum noch auszuhalten.

In den USA kostete das Schalten EINES Werbespots von 30 Sekunden Länge dieses Jahr etwa 3.5 Millionen Dollar. Kein Wunder, dass sich demnach die Firmen, die während dieser teuersten Werbezeit im Jahr sich viel einfallen lassen und es quasi nur Werbespot-Premieren gibt. Neuste Produkte in teilweise sehr kreativen, lustigen und ausgefallenen Werbungen, da bekommen die Commercials einen ganz eigenen Unterhaltungsfaktor.

Wir sind hier jedoch nicht in den USA. Die Kosten für einen Spot dürften nur einen geringen Bruchteil der US-Kosten betragen. Auch war die Auswahl der Spots nicht gerade von kreativität und abwechslung geprägt. Da wir ja nun jedoch von Sat 1 sprechen war klar, dass sie die Chance nutzen werden, in nahezu jedem Werbeblock der Amis auch eigene Werbung zu schalten. Das wurde, bei kaum wechselnden Werbeblöcken, recht anstrengend mit der Zeit.

Den Höhepunkt jedoch fand es darin, dass Sat 1 erst zur Wiederholung eines Touchdowns der Patriots live ins Stadion zurück schaltete. Man stelle sich das einmal vor. Fußball-Weltmeisterschaft, Millionen Fans vor dem TV, es fällt ein Tor und der übertagende Sender ist in der Werbepause. Ganz großes Kino Sat 1.

Dazu kommt, dass das Kommentatoren-Team leider nicht vollends überzeugend. Ich meine, ich liebe Frank Buschmann. Ich liebe seine gelebten Emotionen. Ich liebe ihn dafür, dass er auch mal das gute Benehmen über Bord wirft und die Sau raus lässt. Aber es ist kein Football-Fachmann. Das merkte man ihm an, er war bemüht, doch leider war das auch alles. Sein Co-Kommentator Jan Stecker gefiel mir da besser. Ich wusste gar nicht, dass der einmal Quaterback war. Demnach hatte er natürlich einiges an Fachwissen, welches er durch teilweise gute Analysen und Voraussagen auch unter Beweis stellen konnte. Insgesamt blieb er jedoch von Buschmann zu dominiert, was Abzüge in der B-Note bedeuten. Hier hätte eine Umkehr der Rollen gut getan.

Dazu kommt dann noch die sehr parteiische Moderation. Natürlich stand auf Seiten der Pats mit Sebastian Vollmer der erste gebürtige Deutsche in einem Super Bowl (Tom Nütten bei den Rams war kein gebürtiger Deutscher, er ist nur in Deutschland aufgewachsen und hatte eine deutsche Mutter). Doch gerade bei einem Spiel, welches in Deutschland nicht so bekannt ist, sollte mehr Neutralität gegeben sein.

Alles in allem war es ein durchschnittlicher Super Bowl, die Show war OK, das Spiel, abgesehen vom Ergebnis, war nicht der Burner, aber auf Grund der Spannung zu ertragen. Einzig und allein die Übertragung durch Sat 1 trübte den Gesamteindruck.

Jetzt kann man mich fragen, warum schaust du es auf Sat 1? Ich hatte nebenbei am Rechner aus das Spiel im US-TV laufen, doch leider waren Stream und TV-Signal nicht synchron und zum Anschauen ist es auf dem TV dann doch deutlich besser als auf dem Monitor.

So Sat 1, wenn ihr nächstes Jahr wieder das Spiel zeigen möchtet, dann lernt aus den Fehlern in diesem Jahr.

In diesem Sinne

P.S.: Hier noch eine Auswahl der besten und lustigsten Werbespots vom Gameday aus den USA, denn anders als die deutsche Werbung lohnt sich ein Blick auf diese tollen Spots durchaus. Viel Spaß

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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11 Responses to Der längste Werbeblock der Welt.

  1. Thorsten sagt:

    Danke für Den interessanten Artikel.

    Gruß
    Thorsten

  2. Heiko sagt:

    Toller Artikel.Ich habe einige tolle Denkanstoesse gekriegt. Warte auf weitere Beiträge.

  3. Leon sagt:

    Der Gefaellt mir Button wuerde sich gut im Blog machen, oder finde ich ihn nur nicht?

    • admin sagt:

      Unter jedem Artikel sollten Sie einen Like-Button zu dem entsprechenden Artikel finden. Ebenfalls auf der Startseite bei jedem Artikel. Ansonsten können Sie auch gern über das Fester auf der linken Seite Fan meiner Facebook-Fanpage werden, dort werden Sie auch immer informiert, wenn neue Artikel online gehen :)

  4. Danke für Den interessanten Artikel.

  5. Felix sagt:

    Mir gefaellt das verwendete Theme. Sehr schoen klar. Woher bekommt man das ?

    • admin sagt:

      Das ist eine gute Frage, ich hatte das auf meiner suche nach einem kostenlosen Wortpress-Theme über die Googlesuche gefunden. :)

  6. Eddie sagt:

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

  7. Frido sagt:

    Der Gefaellt mir Button wuerde sich gut im Blog machen, oder ist er mir entgangen?

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