Die krankte Show des Anders B.

breivik

In der norwegischen Hauptstadt Oslo startete gestern der Prozess des Jahres. Vor Gericht steht niemand anderes als der Massenmörder Anders Breivik, der im vergangenen Jahr auf perfide Art und Weise 77 Menschen das Leben genommen hat.

Und Breivik bekommt genau das, was er möchte. Einen Medien-Aufgebauschter Prozess. Rund 1.000 Journalisten aus aller Welt haben sich für diese Verhandlung akkreditieren lassen und berichten fürs Fernsehen, das Radio und diverse Zeitungen. Da die Stadt Oslo für einen solchen Prozess bisher überhaupt nicht gerüstet war, musste man das Gerichtsgebäude für mehrere Millionen Euro umbauen lassen um einen zumindest halbwegs anständigen Ablauf gewährleisten zu können.

Besonders finde ich den Umstand, wie der Pflichtverteidiger von Breivik, Anwalt Geir Lippestad, mit der ganzen Situation umgeht. Er verurteilt seinen Mandanten, dessen Taten und vor allem seine Ansichten zu tiefst und trägt dies auch in aller Öffentlichkeit zur Schau. Aber er sagt auch, dass Breivik nun einmal ein Verteidiger zusteht und er ihn mit bestem Wissen und Gewissen vertreten müsse, denn in einem Rechtsstaat habe jeder Angeklagte nun einmal das Recht auf eine anständige Verteidigung. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Auf der einen Art finde ich es mutig, dass man sich hinstellt und sagt, dass man selbst nur schwer damit umgehen kann, was sein Mandant gemacht hat. Auf der anderen Seite scheint sich der gute Herr doch massiv in den Medien zu profilieren und gibt auch Dinge preis, die eigentlich nichts in der Öffentlichkeit zu tun haben. Es bleibt zu hoffen, dass es somit nicht Tür und Tor zu nachträglichen Einsprüchen öffnet. Die Strategie, die der Anwalt angehen wird, überrascht hingegen wenig, er wird versuchen seinen Mandanten als Geisteskrank darzustellen, der einzige Weg die Strafe überhaupt zu mindern.

Der erste Tag der Verhandlung brachte nun nichts Neues hervor. Wie zu erwarten war, bekannte sich Anders Breivik nicht schuldig und gab an, er hätte aus Notwehr gehandelt. Er sehe sich als Kreuzritter mit dem Maschinengewehr und die Tat wäre zwar ‚grausam, aber notwendig‘ gewesen. Weiter möchte ich auf den Dünnschiss des A.B. nicht eingehen, da ich ihm nicht auch noch auf dieser Seite das Recht einräumen möchte sein Gedankengut über mich verbreiten zu lassen.

Glücklicher Weise hat das Gericht heute vor dem 2. Verhandlungstag, an dem Breivik seine Aussage machen soll, mit der entsprechenden Rücksicht auf die Hinterbliebenen der Opfer, beschlossen, dass bei den Aussagen des Anders Breivik die Medien nicht anwesend sein dürfen. Es wäre ja auch noch schöner, wenn so ein Mensch sein krankes Gedankengut über die Medien verbreiten dürfte.

Das Breivik schuldig gesprochen wird scheint nur eine Frage der zeit zu sein. Die alles entscheidende Frage ist, wird er auf Grund einer, noch festzustellenden, geistigen Krankheit, auch als voll zurechnungsfähig verurteilt wird. Ob er ins Gefängnis oder eine Heilanstalt kommt. Ein vor wenigen Tagen veröffentlichtes Gutachten zum geistigen Zustand von Breivik widersprach einem ersten Gutachten, in dem man ihn für durchaus geistig krank gehalten hat und stellt Herrn B. durchaus als geistig gesund dar. Man kann nur hoffen, dass das Gericht einem solchen Urteil folgt und Anders Breivik die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommt und nicht am Ende in die rosa-rote Welt der Heilanstalten eintreten darf.

in diesem Sinne

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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6 Responses to Die krankte Show des Anders B.

  1. Totti Jünemann sagt:

    Als Todesstrafen-Befürworter in geklärten Fällen kann es für mich nur heißen: Öffentlicher Tod durch den Strick, Gaskammer, elektrischer Stuhl oder Genickschuss! Alles andere bedeutet nur Steuerausgaben; Steuern die auch von den Familien der Ermordeten gezahlt wurden und werden. Und jeder Mensch, der es schon mit richtig bösen Gegenübern zu tun hatte, erkennt das A.B. nicht geisteskrank sondern nur von völlig verwirrten Theorien überzeugt, bzw. besessen ist und er sich davon auch nicht abbringen lässt, wie seine momentane Haltung ja auch dem Gericht gegenüber zeigt. Für den Spruch, “er würde dieses Gericht nicht anerkennen”, wären schon ein paar Extratage Kerker angebracht, denn er verhöhnt nicht nur die Hinterbliebenen sondern zeigt sich dadurch auch nonkonform mit den Gesetzen des Landes Norwegen und nicht einen Funken Respekt. Das ist keine Geisteskrankheit sondern einfach nur überzeugte und arogante Boshaftigkeit sowie extrem dumme Unbelehrbarkeit. Das sind ja auch die Gründe warum Rechtsradikalität leider funktioniert; Es gibt halt zuviele Idioten die anderen Idioten folgen, da sie nie etwas anderes kennenlernten, bzw. kennenlernen durften. Und A.B. wird -egal was bei den Verhandlungen/dem Urteil rauskommt- für viele andere Idioten erneut ein Vorbild sein. Und man muss solche Menschen nicht nur in ihre Schranken weisen sondern mit allen Mitteln die die jeweiligen Landesgesetze zulassen und mit voller Härte angehen und nicht noch eine Plattform bieten, wie es u.a. die norwegischen Printmedien tun, auf denen jeden Tag das Gesicht dieses Affen zu sehen ist. Ob man nun während der Verhandlung die Presse rausschickt oder drin lässt: Es kommt sowie jedes einzelne Wort an die Öffentlichkeit.
    Was den Verteidiger zu seinen öffentlichen Aussagen hinreissen lässt, verwundert mich einerseits, andererseits versucht er bestimmt er nur, sich naiv von der Schuld frei zu sprechen, solch ein Schwein verteidigen zu müssen, während er es wohl sonst nur mit Fahrraddieben und Autoknackern zu tun hat…!

    • Ich bin ansich kein Fan von der Tadesstrafe, vor allem weil es zu Häufig einfach zu viele Fragezeichen gibt und es gerade in den USA zu viele in der Todeszelle gibt, die in der Jugend einen massiven Fehler gemacht haben, aber nach 20 Jahren oder so, wenn es zur potentiellen Vollstreckung kommt, durchaus geläutert sind.

      Aber in einem solchen Fall wäre es wahrscheinlich für alle beteiligten die beste Lösung. Ich bezweifle stark, dass dieser Mensch irgendwann einmal zu einer ehrlichen Leuterung kommen würde. Schon seine ganzen Aussagen an den letzten 2 Tagen sind eigentlich Menschenunwürdig. Und das schlimme ist, er scheint ja wirklich zu 100% von seinen Aussagen überzeugt zu sein. Da in Norwegen jedoch seit dem Jahr 1948 keine Hinrichtung mehr gab und diese im Jahr 1979 auch in besonders schweren Fällen nicht mehr angewendet werden darf, ist das ganze hinfällig. Ich habe erfahren, dass die Höchststrafe in Norwegen aktuell wohl 21 Jhare Haft sind, mir ist jedoch nicht bekannt, ob es nanalog zu Deutschland, eine Sicherheitsverwahrung gibt. Es wäre zu hoffen, denn bei dem Vollpfosten muss man ja von ausgehen, dass er keine Stunde aus dem Knast ist und wieder durchdreht.

      Ich bin gespannt was die nächsten Tage noch so bringen und wie am Ende das Urteil ausfallen wird

  2. Monika Jünemann sagt:

    Hallo Rene,
    ich sehe das ähnlich, ich bin sogar der Meinung der Prozess müsse ganz unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, denn auch so wie jetzt hat er eine grosse Bühne für sein Handeln. Nah mal sehen wie der Prozess weiter geht. Wir werden ja bestens von den Medien informiert.
    Mama

    • In der Heutigen Zeit ist eine komplette Ausschließung einfach nciht möglich, es gibt immer Menschen die dem Prozess beiwohnen, die danach gemütlich alles in die Welt tragen. Aber es wäre anders potentiell möglich gewesen, dass es Fernsehsender als Event des Jahres live übertragen hätten und das wäre, gerade nach dem Auftreten durch Breivik, eine noch größere Ohrfeige für alle betroffenen gewesen.

  3. Totti Jünemann sagt:

    “…Todesstrafen-Befürworter in geklärten Fällen…”! So habe ich es geschrieben und natürlich auch gemeint! In den USA wird mit der Todesstrafe eindeutig zu inflationär umgegangen, keine Frage! Aber wenn die Beweislast eindeutig geklärt ist, ggf. sogar ein Geständnis vorliegt, so habe ich trotzdem kein Problem damit, “Gleiches mit Gleichem” zu vergelten. Wer Leben nimmt, hat seins verloren! Aber wie gesagt, dazu muß auch wirklich alles geklärt sowie “niet- und nagelfest” sein. Aber die Sau in Norwegen hat es einfach nicht anders verdient. Musst mal durchrechnen was ein Strafgefangener heutzutage “kostet”! Deine, meine, unsere Steuern! Der zerlegt mein Kind und ich muss für seinen Unterhalt mitaufkommen. Das geht doch wohl wirklich nicht! Und für die Bühne die der Spacken bekommt, sind nicht “nur” die Medien schuldig zu sprechen; Die Medien füttern “auch nur” die unbarmherzigen neugierigen Menschen! Halt das Prinizip der Autounfälle und Sensationsgeilheit!

    • Ich habe dich auch schon genau so verstanden wie du es geschrieben hattest. Aber auch hier seh ich einfach nicht ganz so schwarz/weiß. Bei Menschen wie dem Vollpfosten in Norwegen wäre ich, sofern die Möglichkeit gegeben wäre, zumindest nicht da gegen, weil ch hier in keinster Weise Anzeichen sehe, dass er irgendwann einmal einen Weg zur Leuterung finden würde. Ansonsten bin ich nicht unbedingt ein Fan davon, es gibt halt zu viele Fälle, wo Menschen die zum Tode verurteilt sind, irgendwann zum Umdenken kommen. In Amerika gibt es halt viele Fälle wo Menschen in jungen Jahren aus verschiedenen Gründen zu grausamen Taten fähig waren und dann, auch auf Grund des Gefängnisses, diese Taten wirklich glaubhaft bereuen. In einem solchen Fall kann ich die Todesstrafe nicht befürworten.
      Den finanziellen Faktor kann ich im übrigen nicht ganz so gelten lassen. Wenn es danach gegen würde, dann müsste man 70% der Häftlinge hinrichten, weil Sie mit ihren Taten ganz bewusste und gewollt der Gesellschaft geschadet haben und dann deren Gefängnisaufenthalt von der Gesellschaft bezahlt werden muss. Dann müsste z.B. jeder Steuerhinterzieher an den Galgen, er hat nicht nur der Gesellschaft seinen Anteil vorenthalten (was in diesen Fällen idR ja nicht wenig ist) sondern die Gesellschaft muss dann auch noch dafür blechen.
      So herzlos das vielleicht klingen mag, es ist nicht so gemeint, aber bei der Entscheidung nach einem Strafmaß darf man nicht auf Einzelschicksale rücksicht nehmen, so schwer das sicherlich ist. Aber das ist eine der wichtigesten Grundlagen in einem Rechtsstaat, dass man versucht eine einheitliche Bestrafung zu finden. Die Opfer einer Straftat, egal um was für eine es sich handelt, würden IMMER eine höhere Strafe fordern als sie nach dem Gesetzt ‘gerecht’ wäre.
      Und klar sind die Medien nicht persé schuld. Sie befriedigen ja nur genau das, was viele wollen. Die Frage ist halt wo das Gewissen der Medien geblieben ist, gewisse Themen einfach sensibler zu behandeln, auch mit Rücksicht auf die Opfer. Ich muss die Medien hier einfach in die Pflicht nehmen und einfordern, dass sie ihrer Verantwortung nachkommen. Ich bin komplett gegen Medienzensur, sondern forder nur ein, dass sich die Medien wieder bewusst werden sollten, wie viel Macht sie haben und mit dieser Macht auch entsprechend ‘vorsicht’ umgehen.

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