Feige im Schlafrock

costa

Hallo Leser, heute möchte ich mich einmal mit dem tragischen Kreuzfahrt-Unglück vor der italienischen Küste befassen. Oder genauer gesagt möchte ich, mit dem Wissen, dass er es nie lesen wird, dem Kapitän ein paar warme Worte schreiben.


Lieber Kapitän Schettino.

Hatten sie nicht einen Traum-Beruf? In einer strahlend weißen Uniform konnten Sie auf der Brücke eines großen Kreuzfahrtschiffes stehen und die Weltmeere befahren. Sie waren Herr über Millionen Kilos Schiff, Vorgesetzter von unzähligen Angestellten und der Beschützer von tausenden Passagieren.

Und das alles werfen Sie weg, weil Sie einfach ein Vollpfosten sind. Das klingt hart, ist aber so. Wie kann man denn mit seiner Verantwortung für so viele Menschenleben nur so verantwortungslos umgehen. Sie wollten der Held sein, wollten den Passagieren etwas bieten, eine extrem nahe Küstenvorbeifahrt, etwas was sonst keiner so macht. Fragen Sie sich jetzt nicht auch, warum es sich normal keiner traut?

Sie geben den veralteten Seekarten die Schuld habe ich gehört? Es ist einfach erbärmlich sich so billig herausreden zu wollen. Denn der Einsatz von gesundem Menschenverstand hätte Ihnen schon sagen müssen, dass es ein klar erhöhtes Risiko einer Kollision in Küstennähe gibt als weiter auf dem Meer.

Ihr Unfall wird mit dem der Titanic verglichen, da es gewisse Parallelen gibt. Das Boot wurde, wenn auch nicht von einem Eisberg, an der Seite weitläufig regelrecht ausgeschlitzt. Auch in Ihrem Fall sank das Schiff auf Grund der massiven Beschädigungen sehr schnell und es gab keine Chance die Situation noch zu retten.

Das ist vielleicht aber auch der Grund, warum Sie als einer der feigesten Menschen in die Geschichte eingehen werden. Ein Kapitän der, bereits 1 ½ Stunden nach dem Unfall, lange vor dem Großteil der Opfer ihrer wahnwitzigen Idee, als einer der ersten Personen überhaupt, platz in einem der Rettungsboote nimmt und an Land gesehen wird, kommt nicht nur dem Gesetz ‚Der Kapitän geht immer als letztes von Bord‘ nicht nach, sondern der zeigt, dass ihm die restlichen Menschenleben, die in seiner Hand lagen, vollkommen egal sind.

Sie sind feige, sie haben es verdient mit der vollen Härte des Gesetzes getroffen zu werden, Sie dürfen zukünftig nicht einmal mehr ein Tretboot befehligen. Sie sind eine Schande für einen, bis in die heutige Zeit, mit Mut und gewisser Romantik verbundenen Berufsstand.

Lieber Herr Schettino, ich hoffe man sieht Sie nie wieder!

In diesem Sinne

 

Bewerten Sie diesen Artikel:
Feige im Schlafrock: 1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
(bisher keine Stimmen abgegeben)

Loading ... Loading ...

Dies ist ein Artikel von:

René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

Email  • Google + • Meine Autoren-Seite • Facebook  • Twitter

2 Responses to Feige im Schlafrock

  1. Monika Jünemann sagt:

    Hallo René,
    schade das der Kapitän dies nie lesen wird.
    Danke Mama

    • admin sagt:

      Danke

      Und ja, sehr schade, es ist echt der Hammer was so alles noch ans Tageslicht kommt. Heute wurde berichtet, dass es wohl bei einem Telefonat mit einem Schiffahrts-Offizier an Land behauptet hat, dass er noch an Bord wäre. Doch es gibt sowohl Zeugen die ihn schon an Land gesehen habe und auf der Aufzeichnung des Telefonats hört man sehr verdächtige Geräusche, die die These unterstützen, dass er hier klar gelogen hat.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>