Lieber Hamid Karsai,

Hamid Karsai

ich möchte Ihnen und Ihrem Volk mein ehrliches Beileid aussprechen. Die Vorkommnisse der letzten Woche, die Sie und viele Menschen in Ihrem Land schwer verletzt und enttäuscht haben sind nicht zu entschuldigen und gut zu heißen.

Jedoch machen Sie nun bitte nicht den Fehler diese 2 schwerwiegenden Vorfälle im allgemeinen mit der westlichen Welt in einen Kontext zu setzen. Und teilen Sie diese Ansicht auch mit Ihrer Bevölkerung.

Koran-Verbrennungen sind, egal in welchem Land, eine der größten Respektlosigkeiten gegen alle gläubigen Muslime überhaupt. Viele konservative Christen würden auf Bibel-Verbrennungen sicherlich auch nicht erbaut reagieren. Doch bitte sehen Sie auch, dass dieser Vorfall nicht aus Hass gegen den Islam gegangen wurde, sondern auch Dummheit. Man wollte keinem Muslimen in der Welt damit einen Schaden zufügen, die entsprechenden Schuldigen haben nur vergessen Ihr Hirn mit in Ihr Land zu nehmen und dachten ‘es wäre eine gute Möglichkeit, diese Korane loszuwerden, da man sie nicht lagern wollte’.

Auch der Amok-Lau,f in Folge dessen 16 unschuldige Zivilisten von einem verstörten US-Soldaten abgemetzelt wurden, ist tragisch, grausam und in keiner Weise zu verstehen. Doch auch hier gibt es keinen Anlass den Vorfall auf allgemeinen Hass gegen Sie oder Ihr Volk zu beziehen. Es war eine Einzeltat von einem Menschen, der von seinem Land hätte nie in Ihr Land geschickt werden dürfen. Nach einer schweren Kopfverletzung im Einsatz im Irak haben ihn die Ärzte als Diensttauglich eingestuft, offensichtlich eine massive Fehleinschätzung.

Es waren also zwei bedauernswerte Vorfälle, die jedoch nicht durch einen Hass auf Muslime oder Ihr Volk bestimmt waren, sondern durch einen menschlichen Aussetzer und Dummheit. Es warn Vorfälle, wie sie weltweit jeden Tag geschehen. Leider in diesen Fällen von Ausländern in Ihrem Land.

Sie forden nun den frühzeitigen Abzug der ausländischen Truppen, sie sagen Ihre Land wäre bereit die Verantwortung komplett selbst tragen zu können ihr Land zu sichern. Ich hoffe Sie haben recht, ich hoffe sie sind stark genug sich gegen die Taliban, die Ihre Rückkehr sicherlich schon vorbereiten, behaupten zu können. Ich hoffe sie sind stark genug gewisse Entwicklungen, die in Ihrem Land begonnen haben weiter zubringen. Dinge wie demokratische Strukturen, rechte für Frauen und den Kampf gegen Terroristen.

Wenn Sie nicht stark genug sind, dann wird Ihr land schon bald nach dem Abzug der ausländischen Truppen wieder im Choas versinken. Menschenrechte werden mit den Füßen getreten, Frauen als minderwertig unterdrückt und der Terror wieder ein sicheres Zuhause finden. Dann wären die letzten gut 10 Jahre umsonst gewesen und Sie hätten eine einmalige Chance verpasst.

In diesem Sinne

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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6 Responses to Lieber Hamid Karsai,

  1. Totti Jünemann sagt:

    Sehr geehrter Hr. Karsai,
    leider haben sie es bis es dato verpasst sich auch vor ihrem eigenen Volk von der Taliban so zu distanzieren, wie sie es vor den vereinten Nationen getan haben. Das Fehlverhalten einzelner Personen der bei Ihnen stationierten und helfenden Streitkräfte der westlichen Zivilisation ist nicht zu entschuldigen, doch sollte auch Ihr Volk endlich lernen daß man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren und jedes Fehlverhalten so zu einem Kreuzzug ausrufen sollte, da ja jeder angeblich gegen Allah ist.
    In den nächsten Jahren werden sich sämtliche westliche Armeen zurückziehen, da ihr Land nicht die Mengen an Erdschätzen aufbieten kann wie z.B. die arabischen Länder, wo diese Kräfte als nächstes hinziehen werden. Deshalb sollte sich ihr Volk auch keine Sorgen machen müssen, daß z.B. Uncle Sam bei ihnen sesshaft wird. Und die dtsch. Bundeswehr baut Krankenhäuser, Brunnen, usw. und wird nicht nur von der Taliban bedroht sondern auch von Taliban-Sympathisanten ungerecht behandelt.
    Ihr Land ist längstens nicht so weit, ohne Hilfe sich aufbauen zu können und wenn sie das verblendeterweise nicht wahr haben wollen, dann kann ich nur noch sagen: Viel Spaß bei der Rückkehr ins Chaos! Unterdrücken sie weiterhin Minderheiten und Frauen und geben dem internationalen Terror ein Podium. Die Folgen wären bei härteren Maßnahmen der militärischen Allianzen unabdenkbar aber wohl eindeutig von Ihnen so gewollt.
    Gruß-
    der Exil-Berliner-Junge

    • Hallo Thorsten,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich muss dir leider in allen Punkten vollkommen recht geben. Zu dem Thema könnte man einen ganz eigenen Blog führen, ich habe mich in meinem Beitrag vor allem auf die zu dem Zeitpunkt neuen Entwiklungen bezogen. Aber dass das Land noch lange nicht soweit ist auch nur ansatzweise eigentständig normale Verhältnisse beibehalten zu können, sobald die ausländischen Truppen abgezogen sind, ist mehr als augenscheinlich. Ich gehe davon aus, dass innerhalb eines halben Jahres die Taliban zu einem massiven Schlag gegen das Land ausholen werden und es im Chaos versinken wird. Dann ist im Grund alles für die Katz gewesen, was in den letzten Jahren versucht wurde aufzubauen.
      Auf der anderen Seite ist auch die Frage legitim, wie lange die westlichen Streitkräfte überhaupt in dem Land bleiben müssten, um es mit einem komplett guten Gewissen verlassen zu können.

      In den letzten 10 Jahren wurden auf allen Seiten massive Fehler gemacht. Die westlichen Streitkräfte haben, einmal mehr, geglaubt, dass die Bevölkerung, nach dem Verteiben der alten Diktatur, ihnen zu Füßen liegen würden, obwohl sie einfach zu viele andere Probleme haben. Die Einheimischen haben die ausländischen Kräfte immer als Eindringlinge gesehen und wollten nie sehen, dass man (auch) versucht ihnen zu helfen. Und die Regierung im Land hat es nie geschafft ein klares Profil zu entwickeln und das Land voran zu bringen.

  2. Totti Jünemann sagt:

    Das Problem in den letzten Jahren war, daß durch die allierten Hilfen alles mehr “diktatorisch” den Afghanen aufgezwungen wurde! D.h. man hätte den Menschen nur Wege aufzeigen sollen, zivilisierter zu leben anstatt es ihnen “US-Like” aufzuzwingen. Wäre nur die BW dort gewesen, wäre alles viel einfacher gelaufen, da Deutschland ja nicht unbedingt militärische Stärke, sondern eher im humanitärischen Bereich Stärke zeigt. Schulen, Krankenhäuser und Brunnen bauen! Das ist das wichtigste in einem Land ohne sog. westliche Zivilationsmerkmale. Zum Thema Menschenrechte kann und will ich mich hier nicht äussern, da habe ich eine sehr rigide und straffe Meinung, da es ja auch nicht das einzige Land auf diesem Planeten ist, was dermaßen gegen die Human Rights verstösst! Bin Laden ist tot, der nächste Spinner steht bereit und somit beisst sich die Katze in den Schwanz! Und wenn diese Terrordeppen nicht wären, wären die Alliierten auch schon längst weg da ja niemand offiziell mit Opium handeln möchte! Und solange sich Waffen gut verkaufen lassen, was Mr. Bush der I. ja auch gemeinsam mit Bin Laden als florierenden Handel beim gemeinsamen Mittagessen im Camp David betrieb, werden immer eine handvoll “Selbstmörder” bereit stehen! Aber nun sammelt sich alles um höchstwahrscheinlich gen Arabien zu gehen, denn das Öl dort lassen die Allierten garantiert nicht brennen…Eine Frage der Zeit! Nur mit Krieg haben die Amerikaner ihr Geld verdient. Und nun gibt es seit einigen Jahren keinen “richtigen Krieg” mehr und die Amerikaner haben ein Bruttosozialsprodukt-Problem”! Dazu kommt, daß sich Bush der II. etwas übernommen hat, was die Finanzierung von modernen Waffensystemen die u.a. im Irak und auch Afghanistan zum Test kamen. Seltsam, seltsam und komische Zufälle…!

  3. Thomas sagt:

    Interessanter Artikel.Habe ein paar gute Gedankenanstoesse bekommen. Freue mich schon auf neue Posts.

  4. Totti Jünemann sagt:

    Anhang:
    Vielen Dank lieber Herr Karsai!
    Danke dafür, daß sie den Helfern in ihrem Land keine Hilfe sind. Vielen Dank dafür, daß sie allen Menschen die in ihrem Land hauptsächlich humanitäre Hilfe leisten und zur Seite stehen, damit eine Infrastruktur aufgebaut werden kann, dermaßen in den Ar… treten und ihnen die Schuld für aktuelle und immer wieder auftretende Selbstmordanschläge seitens der Taliban geben. Ein von ihnen ausgesprochenes Verbot für mind. Aktivitäten dieses Terrorkommandos und/oder sogar die Distanzierung sind immer noch nicht persönlich ausgesprochen worden. Die NATO/Verbündete sowie all die Länder die in ihrem Land eigentlich helfend tätig sind, sollten ihr komplettes Gefolge abziehen und am langen Arm verhungern lassen, damit sie endlich verstehen, worum es geht denn die Taliban versteht sich darauf Waffen zu kaufen und zu verteilen aber nicht längerfristig Brot zu backen, Brunnen zu bauen, etc!

    • So hart sich das von dir anhört, es wäre wohl das Beste. Aber bitte vorher noch ne 10 Meter hohe Mauer drum ziehen und dann in 20 Jahren mal drüber schauen, vielleicht ist man dann endlich zur Besinnung gekommen und es ist keiner mehr da, so oder so wäre es dann sicherlich ruhiger als jetzt.

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