RTL sucht die nächste Sau zum Ausschlachten

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Ja Freunde des niveauvollem TV, es geht wieder los. Die 2012er Ausgabe von Deutschland sucht den Superstar (kurz DSDS) ist heute gestartet. Ich muss dazu sagen, ich schreibe diesen Artikel ohne die erste Folge gesehen zu haben.

Bereits am Ende der letzten Staffel wurden große Änderungen angekündigt. So soll der Sieger der diesjährigen Ausgabe eine garantierte Summe von 500.000€ seine eigenen nennen dürfen und erstmals dürfen auch Teilnehmer, die das 30. Lebensjahr überschritten haben, teilnehmen.

Auch die Jury ist neu. Neben Sendungs-Veteran Dieter Bohlen dürfen diesmal die Sängerin Cascada und ‚Stimmungskanone‘ Bruce Darnell ihre mehr oder weniger kompetenten Kommentare abgeben. Das die Mitglieder neben Bohlen eh nur als Sidekicks verbraucht werden scheint die beiden nicht zu stören. Denn waren es früher noch gestandene Produzenten und Musik-Manager, die noch halbwegs eigenständig und integer an der Sendung teilnahmen, greift man nun auf eine relativ unbekannte Sängerin und einen Menschen zurück, der mit dem Musik-Geschäft so viel zu tun hat wie ich mit der Atomphysik.

Doch das alles spielt ja eigentlich keine Rolle, denn es geht ja um Musik, um tolle Stimmen, große Persönlichkeiten. Ach verdammt, wir sind nicht bei ‚The Voice of Germany‘. Zu früh gefreut. Dass die verantwortlichen von RTL die Konkurrenz von Pro7/Sat1 augenscheinlich durchaus als potentielle Gefahr betrachtet zeigt die Tatsache, dass man, wie die Bild berichtete, bereits in der ersten Folge sich über das Prinzip der Blind-Auditions lustig macht.

Es ist zu erwarten, dass auch diesmal bei DSDS nicht die Stimmen und Menschen im Mittelpunkt stehen werden. Es wird in den ersten Folgen primär wieder um Menschen gehen die sich mehr oder weniger freiwillig zum Deppen der Nation machen und um die One-Man-Shop des Dieter B. Im Recall sucht sich Bohlen dann seine Lieblinge raus, die er am besten zu seinem Vorteil verbiegen kann und am Ende in den Live-Shows werden potentielle Quertreiber schnell mundtot gemacht und mit Hilfe der einschlägigen Medien schnell zum Buhmann gemacht und somit aus der Show ‚gewählt‘. Am Ende wird wieder der gewinnen, der sich am meisten bei Bohlen einschleimen konnte, das traurigste Leben hatte, die meisten Mitbewerber flach legen konnte oder für die meisten Skandale sorgte. Ob die Stimme, die Performance oder die Musik stimmt gerät da vollkommen in den Hintergrund. Die Millionen von ‚Fans‘ werden die erste Single und das erste Album schon genug kaufen, was danach ist interessiert doch eh keinen mehr.

Ich werde DSDS2012 nicht schauen, ich bin nun 30 Jahre alt, da habe ich immer weniger Zeit auf diesem Planeten um sie mit niveaulosem Trash-TV zu vergeuden. Ich bleibe bei The Voice of Germany, wer die Sendung am Freitag verfolgt hat weiß, was diese Sendung im Gegenteil zum Pendant bei RTL hat. Echte Talente, echte Typen, echte Musik.

In diesem Sinne, möge die beste Stimme gewinnen

P.S.: Noch eine tolle Nachricht für alle Trashies da draußen, am kommenden Freitag startet mit ‚Ich bin ein Star, holt mich hier raus‘ eine neue Auflage des, mit unerklärlicher Weise, sehr erfolgreichen Formats. Ebenfalls auf unser aller Lieblings-U-Bahn-Niveau-Sender RTL. Mir ist jetzt schon schlecht, aber nicht wegen der Dschungel-Prüfungen, sondern wegen der Ansammlung an X, Y und Z-Promis. Ich hoffe ich muss darüber nicht schreiben.

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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