Wowereit der neue Wulff?!?

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Die Berliner Politik-Szene trifft aktuell ein Skandal in dessen Mittelpunkt niemand anderes als SPD Bürgermeister Klaus Wowereit steht. Es geht dabei, ähnlich wie bei Ex-Bundespräsident Christian Wulff, um den Verdacht der Vorteilsnahme durch das Amt.

Die zweite Parallele zum ehemaligen Staatsoberhaupt ist, dass als Co-Partner des Skandals der Event-Manager Manfred Schmidt steht. Dieser hatte schon im Fall Wulff maßgeblich durch dubiose Reisen und Ausreichungen von Events seinen Beitrag zu dessen Rücktritt geleistet.

Wer ist dieser Manfred Schmidt?

Der 63 Jährige Unternehmer ist ein Tausendsacher, arbeitete in der Vergangenheit als Sozialarbeiter und Journalist und ist nun seit ca. 30 Jahren hauptsächlich als Eventmanager unterwegs. Und dort schaut er auf eine Reihe höchster Erfolge hin. Er kennt das who is who in Deutschland, richtet Veranstaltungen für Unternehmen, Bands und Prominente aus. Aber halt auch für Politiker und Parteien. Und dort macht er keinen Unterscheid welche Farbe und Ansichten eine Partei hat. Er kann und will mit jedem. Doch selbst sieht sich der Unternehmer, dem auch die Berliner Szene-Location ‚Residenz‘ am Pariser Platz gehört, nicht sehr gern im Mittelpunkt.

Politiker wie Cem Özdimir von den Grünen und Kurt Beck von der SPD stehen im Verdacht gewisse Vorteile aus ihrer Bekanntschaft zu Schmidt gezogen zu haben. Und dann wäre da ja noch Olaf Glaeseker, dem ehemaligen Sprecher von Wulff. Dieser steht im Verdacht während seiner Tätigkeit für das Land Niedersachsen im Austausch gegen Aufträge gewisse Vorteile von Schmidt angenommen zu haben. Aktuell wird deswegen gegen Glaeseke und Schmidt ermittelt.

Dieser Manfred Schmidt bringt nun also auch den regierenden Bürgermeister der deutschen Hauptstadt arg in Erklärungsnot. Wowereit bezeichnet Schmidt als privaten Freund, dies tat im Übrigen auch Christian Wulff, und ließ sich, wenn auch ohne Flug, in eine Privatfinca in Spanien von dem Unternehmer einladen. Und die Tatsache, dass Wowi vor einigen Wochen auf Anfrage der Grünen sich zu der Thematik noch nicht äußern wollte und dies nun erst Stück für Stück auf Grund des öffentlichen Drucks nachholt wirft, ähnlich wie vor Wochen bei Wulff, kein gutes Licht auf den Chef der großen Koalition in Berlin.

Ebenfalls schwirrt momentan noch der Verdacht im Raum, dass Schmidt einen Wahlkampfevent im vergangenen Sommer von Wowereit ausgerichtet hat.

Wowereit sollte aus der Causa Wulff gelernt haben und schnellst möglich reinen Tisch machen, und zwar vollständig und ausführlich. Denn sonst halten die Leute auch bei seinen Auftritten schnell viele Schuhe in die Luft und einen großen Zapfenstreich bekommt der große Zampano auch nicht, den bekommen nur Bundespräsident, der Kanzler und der Verteidigungsminister.

Was Schmidt betrifft, der Mann der gern im Hintergrund bleibt wird von der aktuellen Aufregung um ihn wenig begeistert sein, auch viele Politiker und Promis wird dies vermutlich nicht gefallen, denn wenn Schmidt fällt gibt es vielleicht einen Erdrutsch, der nicht aufzuhalten wäre. Wäre dies fatal? NEIN, es wäre eine Reinigung, die vielleicht an der Zeit wäre. Es bleibt also zu hoffen, dass die untersuchenden Stellen unabhängig und sauber arbeiten. Wird am Ende wieder alles nur unter den Teppich erhöht das nicht das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik.

In diesem Sinne

 

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René Jünemann – who has written 33 posts on Berliner Junge - Blog - Ein Querdenker macht sich Gedanken.

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6 Responses to Wowereit der neue Wulff?!?

  1. Es wird mit den Herren Wowereit und Beck sicher nichts “passieren”. Immerhin reiben die sich ja für unsere Demokratie auf, halt nur im Sinne ihrer Partei. In den Radaktionen sitzen frustrierte rot und grün Sympatisanten, wer soll da tiefschürfend nach Verfehlungen suchen. Ich habe auch noch nicht gehört, dass Journalisten angewiedert angebotenen Journalistenrabatt der Wirtschaft abgelehnt haben, dann dürfen das bestimmte Politiker auch fast folgenlos.

  2. Es ist leider davon auszugehen, dass es am Ende alles im Sande verlaufen wird. Wie ich es schon geschrieben habe, ich hoffe einmal, dass die Ermittlungen gegen Herrn Schmidt anständig betrieben wird, weil dann kommen ganz automatisch Dinge an die Öffentlichkeit, die andere gern unter dem Teppich belassen hätten. Denn Schmidt wird, bevor er allein fällt, alles mitreißen, was daran ‘schuld’ ist, dass er fällt.
    Ansonsten ist es leider nichts neues, dass in vielen Redaktionen quer durch die Republik klare Parteipolitik betrieben wird, und diese ist aktuell eher Pro Opposition bzw. pro SPD/Grüne. Es gibt genug bespiele die das wiederlegen, also wo Zeitungen quasi eine Hetzjagd auf konservative Politiker betrieben haben, während Politiker anderer Parteien bei gleichen oder ähnlichen Sachlagen relativ unbeschadet davon kommen.

  3. Totti Jünemann sagt:

    Ich wollte nochmal erwähnen, daß ÖZDEMIR & BECK nicht nur im Verdacht stehen, sondern es längstens nachgewiesen ist, aber da jeder Dreck am Stecken hat, wird sich daran auch nix ändern. Und die Liste der Politiker mit Dreck am Stecken ist überlang…ob nun die genannten oder GABRIEL, oder oder oder…. Und ändern tut niemand was obwohl eine einzige Anzeige bei der Polizei wg. Vorteilsnahme, ggf. auch Veruntreuung usw. vieles bewirkt hätte.

    • Das ist ja das, worauf ich hinaus wollte. Es wird auch in diesem Fall wieder einmal alles im Sande verlaufen, wie im übrigen auch bei Wulff. Es wird an dieser Stelle zwar noch ermittlungen geben, dann aber eingestellt werden. Wie geschrieben, wenn Männer wie Schmidt fallen, dann holen sie sich ein blutiges Knie, aber das was sie mitreißen führt zu einem medialen und politischen Herzinfakt.
      Ich vertrete nicht umsonst die These, dass Politiker mehr verdienen müssten, ihnen dafür jedoch JEGLICHE Lobyarbeit verboten werden müsste.

      Wobei ja auch die Gesellschaft an solchen Entwicklungen nicht unschuldig ist. Politiker kommen nun einmal in ihrem Leben sehr häufig mit Menschen aus den Top 10.000 in Kontakt und es ist doch auch klar, dass da auch ab und an wirkliche Freundschaften entstehen. Ist ja auch nichts verwerfliches. Und wenn nun ein Unternehmer seinen Freund zu einem Urlaub einläd, dann ist das für mich kein Problem. So lange man niemandem wirklich Dreck am Stecken nachweisen kann, soll man die Leute doch leben lassen. Wir haben weitaus größere Probleme als ein Urlaub in Spanien von einem Landespolitiker.

      Was anderes sind natürlich die von dir angesprochenen klaren Vorteilsnahmen und damit verbundene Vorteilsgaben für Unternehmen. Das hat bis ins letzte Verfolgt zu werden, aber leider wird das halt nie passieren.

  4. Totti Jünemann sagt:

    Warum bekomme ich keinen Urlaub spendiert wenn ich öffentlich (z.B. hier bei FB) sage, daß der neue Staubsauger von SIEMENS einfach nur geil ist? Es wird immer Lobbyisten geben! Und einen Haufen Lemminge, die allen folgen, die “gut aussehen”, bzw. immer die richtigen Worte finden!

  5. Fabio sagt:

    Bemerkenswerter Post. Würde gern mehr Posts zu dem Thema sehen. Freu mich auf die naechsten Posts.

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